Louisiana

New Orleans

New Orleans ist eine der schönsten Städte Amerikas. In das Mündungsgebiet des Mississippi waren im 16. Jahrhundert schon Spanier vorgedrungen. Aber der erste, der die grosse Flussschleife nordöstlich der Mündung erreichte, war 1718 der Franzose Jean Baptiste le Magne, Sieur de Bienville. Er gilt denn auch als Gründer von New Orleans. Damit ist der Teil der Stadt gemeint, der heute Vieux Carré (amerikanisch French Quarter) heisst, sauber als Rechteck konstruiert, dessen Strassen parallel zum Fluss laufen oder senkrecht darauf zu. Er wurde von Kolonial-Spaniern und -Franzosen bewohnt, die keinerlei Berührungsängste voreinander hatten, sondern fröhlich miteinander verkehrten.

Die französisch--spanische Mischbevölkerung nannte sich Kreolen. Ein Kreole zu sein ist noch heute das feinste, was es in New Orleans gibt. Aber auch anderen gegenüber war man tolerant. Das galt vor Allem für die zahlreichen Schwarzen, die aus der Karibik gekommen waren. Als Freie (gens de couleur libre) wurden auch ihre Ehen mit Weissen und deren Nachwuchs (Mulatten) von der Gesellschaft akzeptiert. Davon, dass die Herrschaft in Louisiana 1762 von den Franzosen auf die Spanier überging, merkte man in New Orleans wenig. Dort änderte sich das 1803, als die Amerikaner kamen. Die waren nicht eigentlich Freunde, sie waren auf gute Nachbarschaft bedacht. Aber zwischen ihrer eigenen Stadt und der der Kreolenstadt des French Quarter liessen sie doch einen breiten Streifen Ödland. Dort verläuft heute die Canal Street und ist noch deutlich als Grenze zu erkennen: auf der einen Seite mediterran anmutende Häuser, von denen keines höher sein darf als die Kathedrale von St. Louis; auf der anderen die Wolkenkratzer des amerikanischen Geschäftsviertels.

 

Dahinter und etwas dichter zum Fluss hin haben sich dann die Amerikaner ihr eigenes prächtiges New Orleans gebaut, den sogenannten Garden District. Während die Häuser im "französischen Dorf" eng beieinander liegen und meistens um einen Schatten spendenden Innenhof gebaut sind, geben im "amerikanischen Dorf" eher die Plantations der Baumwoll-Könige das Vorbild ab: säulengeschmückte Entrées, geräumige Foyers und vor Allem grosse, kunstvoll angelegte Gärten. Historisch Interessierte hingegen sollten nicht versäumen, die Chalmette Plantation zu besichtigen, zehn Kilometer Mississippi-abwärts, wo Andrew Jackson 1812 die letzte Schlacht gegen die Engländer schlug und zum Volkshelden wurde, dessen Standbild den schönsten Platz im French Quarter beherrscht. Literaturbeflissenen fällt wohl "A Street named desire" ein. Tennessee Williams lebte gern in New Orleans, wie übrigens auch William Faulkner. Beide kamen aus Mississippi. Vor Allem bedeutet für den Fremden New Orleans Dixie, Jazz und Mardi Gras. Am Ende des French Quarter liegt der Louis Armstrong Park mit dem Congo Square. Dort, so eine Version von vielen, soll aus afro-karibischen Rhythmen der Jazz entstanden sein. En Besuch an der Quelle scheint nicht ungefährlich. Jedenfalls warnt der offizielle Führer: "Meiden Sie Rampert Street zwischen St. Peter Street und Esplanade Avenue nicht nur bei Nacht, sondern auch am Tage." Genau dahinter liegt freilich der Louis Armstrong Park, von dem es wiederum heisst: "Riskieren Sie es nicht, allein in den Park zu gehen. Auch tagsüber nicht." Um den besten Jazz zu hören, braucht man sich nicht so weit vorzuwagen. Da empfiehlt sich die Preservation Hall in St. Peter Street. Im French Quarter ist ja überall Musik in Kneipen, Bars und Kaschemmen, und die Bands ziehen über den Jackson Square, über Royal Street und Chartres Street, bis tief in die Nacht hinein.

 

Am Mardi Gras erreicht das Strassenvergnügen seinen weltberühmten Höhepunkt. Es ist üblich, die lange Nacht oft erst am frühen Morgen enden zu lassen und zwar im "Café Monde" am French Market.

 

 

Anmerkung des Webmasters: dieser Text wurde vor "Katrina" geschrieben

 

 

Wie schon erwähnt, wurde in New Orleans die Musik des Dixie und Jazz erfunden. Die Geschichte dieser Musik begann bereits im 16. Jahrhundert, als die ersten Sklavenschiffe an der Küste anlegten, und die Schwarzen auch ihre Kultur und ihre Musik aus Afrika mitbrachten.


Auf den Feldern erleichterten rhythmische Working Songs die Arbeit. Nach dem Bürgerkrieg, als viele Schwarze in den Städten arbeiten durften, vermischte sich ihr Rhythmus mit den Liedern der spanischen, französischen und englischen Einwanderer. Der Dixieland entstand, eine Mixtur aus verschiedenen Musikstilen. Aus der Marschmusik der deutschen und italienischen Blasmusikkapellen entstand in den schwarzen Vierteln der Jazz. Die ersten schwarzen Brass Bands musizierten in dunklen Kneipen. In Kansas City setzte sich Scott Joplin (1868 - 1917) ans Klavier und erfand den Ragtime. Aus den Spirituals und Hymnen der Schwarzen entwickelte sich die Gospel Music. Buddy Bolden (1868 - 1931) ging als erster Schwarzer Jazzmusiker in die Geschichte ein, weigerte sich aber, die erste Jazzplatte aufzunehmen, aus Angst, es würde dann jeder seine Lieder spielen. 1917 liess die Regierung den Bezirk Storyville schliessen. Die schwarzen Musiker wanderten nach Chicago und New York ab, wo der Jazz vor Allem in den Zwanziger und Dreissiger Jahren florierte. Unter den Musikern, die aus New Orleans vertrieben wurden, war auch Louis Armstrong (1900 - 1971). "Satchmo", wie ihn seine Fans nannten, kommerzialisierte den Jazz und machte ihn auf der ganzen Welt bekannt. Nicht zu vergessen sein legendärer Song "What a wonderful world".

 

Louis Armstrong wourde in New Orleans ein Denkmal gesetzt und ein Park nach ihm benannt. Weiter nördlich, am Ufer des Mississippi und in Memphis, spielen sie den legendären Blues. William Christopher Handy (1873 - 1958) schrieb im Jahr 1909 den "Mr. Crump's Blues", den ersten Blues der Musikgeschichte und wurde mit einem Denkmal in der Beal Street geehrt. Der Rhythm & Blues wurde zur Hitmusic der Afroamerikaner und verband sich später mit den weissen Klängen von Elvis & Co. zum Rock'n Roll. Aus dem Rockabilly, einer rhythmischen Variante des Rock'n Roll, entwickelte sich schliesslich die Countrymusic, die auch Elemente des Blues und der Folklore der europäischen Einwanderer enthält und sich vor Allem in den späten achtziger Jahren zur erfolgreichsten Musik des amerikanischen Südens entwickelt.

 

Wie jede Stadt auf dieser Welt besitzt auch New Orleans einen Bürgermeister. Der erste Bürgermeister von New Orleans war 1803 Etienne de Bore. 1994 trat Marc Morial mittlerweile als 50. Bürgermeister sein Amt an. Er dient der Stadt noch bis 2002.

 

Da ich mich auf die Jahre 1860 bis 1880 spezialisiert habe, möchte ich euch die Bürgermeister aus dieser Zeitspanne vorstellen.

 

1860 - 1862

John T. Monroe (17.)

George F. Sheply

Godfrey Weitzel

Jonas H. French

Henry C. Deining

1863 - 1864

E. H. Durell

 

 

 

1865 - 1866

Hugh Kennedy (21.)

J.A.D. Rozier (22.)

George Clark (23.)

1867 - 1868

Eduard Heath (25.)

1870 - 1872

Benjamin Franklin Flanders (27.)

1874 - 1876

Charles J. Leeds (29.)

1878 - 1880

Isaac W. Patton

1862 - 1863

J. F. Miller

 

 

 

 

1864 - 1865

Stephen Hoy

Hugh Kennedy (18.)

Samuel Miller Quincy (19.)

Glendy Burke (20.)

1866 - 1867

John T. Monroe (24.)

 

 

1868 - 1870

John R. Conway (26.)

1872 - 1874

Louis Alfred Wiltz (28.)

1876 - 1878

Eduard Pilsberg (30.)